Kategorie: chuzpe & politik

  • „Wir“ bleiben, was „wir“ sind ?

    „Wir“ bleiben, was „wir“ sind ?

    Als jüdische Erstakademikerin kenne ich das Gefühl, der eigenen Herkunft entkommen zu wollen, während mein Herz an ihr hängt. Nicht weil ich elitär geworden wäre, sondern weil Bildung soziale Ungleichheit nicht beseitigt. Es bleibt das Gefühl, zwischen Arbeiter-, akademischer und jüdischer Welt nirgends ganz dazuzugehören. Zweifellos schaffen jüdische Traditionen, Migrations- und Diskriminierungserfahrungen kollektive Verbundenheit. Gleichzeitig…

  • Bye bye „Only Democracy in the Middle East“

    Bye bye „Only Democracy in the Middle East“

    Seit dem 07. Oktober 2023 ist die jüdische Diaspora in einem Schock- und Ausnahmezustand. Jüdische Menschen kämpfen in ihrem Alltag mit der Unmenge an Antisemitismus, Hass und Hetze die ihnen an Universitäten und auf den Straßen in ihren Städten begegnet zudema waren sie 2 Jahre lang in ständiger Sorge über die in Gaza festeghaltenen Geiseln.…

  • I don’t see Jewishness

    I don’t see Jewishness

    Warum es wichtig ist, von einem Antisemitismusproblem zu sprechen.  Die beiden Landesvorsitzenden Niedersachens Thorben Peters und Hilke Hochheiden behaupten, dass es keinen Platz für Antisemitismus in der Linkspartei gäbe. Grundlos erklärt Heidi Reichinnek, die Darstellung des Landesverbandes als antizionistisch sei falsch, obwohl es der exakte Wortlaut des verabschiedeten Antrags aus Niedersachsen war. Wenn dann Andreas…

  • Ein Nachtrag zu „Die Linke und Antisemitismus“ – Was die Linke seit dem Folgebeschluss vom 24. Mai 2025 getan hat. Spoiler: Nichts

    Ein Nachtrag zu „Die Linke und Antisemitismus“ – Was die Linke seit dem Folgebeschluss vom 24. Mai 2025 getan hat. Spoiler: Nichts

    Die Anerkennung der Jerusalemer Erklärung auf dem Bundesparteitag der Linken ist bald ein Jahr her. Einige Monate später habe ich in meinem Artikel “Die Linke und Antisemitismus” darauf aufmerksam gemacht, dass die Anerkennung wie eine Mischung aus Unfähigkeit und Unwillen, ernsthaft Antisemitismus zu bekämpfen, wirkt. Die Abstimmung fand nämlich damals ohne eine vorherige Konsultation von…

  • Kampf für Frieden – ein Oxymoron, das keins ist –

    Kampf für Frieden – ein Oxymoron, das keins ist –

    und warum eine funktionierende Bundeswehr auch eine Wehrpflicht für Frauen bedeuten müsste Frieden ist ein Wort, das gerade in letzter Zeit viel zu oft genutzt wird, ohne dass es wirklich verstanden wird. Ähnlich wie die Demokratie ist es ein Zustand, der aktiv geschützt und verteidigt werden muss. Für Frieden zu kämpfen bedeutet, anzuerkennen, dass Frieden…

  • Mehr Antisemitismus wagen!

    Mehr Antisemitismus wagen!

    Durch mein Mandat bei der JSUD haben sich die prägenden Antisemitismuserfahrungen in meinem Leben verändert. Es kommt nicht mehr so häufig vor, dass ich an der Universität erkannt, gedoxxt oder direkt bedroht werde, auch weil ich durch meine Arbeit bei der JSUD schlicht keine Zeit mehr habe und dort derzeit nicht aktiv bin. Dafür erlebe…

  • Nie wieder für alle – außer für Juden

    Nie wieder für alle – außer für Juden

    Seit vor einigen Jahren das Buzzword kulturelle Aneignung populär wurde, wurde ich immer mal wieder gefragt, was ich davon halte. Ob das Tragen einer Kippa, der Gebrauch von jiddischen Wörtern oder das Kochen alter jüdischer Rezepte nicht auch problematisch sei, wenn die Person selbst nicht jüdisch ist.Ich habe das praktisch immer verneint. Zwar gibt es…

  • Politische Ästhetik der Solidarität

    Politische Ästhetik der Solidarität

    Der Diskurs um den Nahostkonflikt macht deutlich, dass Solidarität häufig einer politischen Ästhetik entspringt. Dabei sollte sie einer universalistischen Logik folgen und konsistent sein. Man zeigt sich solidarisch mit marginalisierten Gruppen, da es moralisch richtig ist und zur Verbesserung gesellschaftlicher Umstände beiträgt. Ich als jüdischer Mann zeige mich solidarisch mit feministischen Bewegungen, weil der Kampf…

  • Niemals Stress mit token jews

    Niemals Stress mit token jews

    „Token“ nennt man ein Individuum, das zum Repräsentanten einer Gruppe auserkoren und zum Sprachrohr dieser gemacht wird. Im folgenden zu diskutierenden Beispiel passiert es bei Aussagen wie: „Ich als Jüdin kann versichern, xy ist kein Antisemit“ – Sprechortlogik. Diese Praxis unterliegt im Grunde selbst rassistischen Dynamiken, denn die Heterogenität einer oftmals marginalisierten Gruppe wird zugunsten…