Drei Fragen – Drei Frauen

  1. Worum geht es bei euch?

Yocheved: JSUD Frauen* stärkt jüdische Frauen* in ganz Deutschland durch Vernetzung, Workshops und feministische Bildung. Ziel ist es, Räume zu schaffen, in denen Frauen wachsen, sich gegenseitig stärken und voneinander lernen können; für eine vielfältige, sichere und selbstbestimmte jüdische Gemeinschaft.

Alisa: Wir sind ein Durak-Kollektiv, das sich vor einem Jahr zum Kartenspielen gegründet hat. Mit der Zeit kamen politische Themen und Identitätsfragen dazu, gerade aus dem postsowjetischen Raum. Einige von uns sind jüdische Kontingentgeflüchtete. Uns war wichtig, ein niedrigschwelliges Angebot zu
schaffen.

Sophie: TaMaR ist ein Ort, an dem junge Erwachsene ihre jüdische Identität weiterentwickeln; verwurzelt im Reformjudentum. Wir ermutigen, jüdisches Leben in Deutschland aktiv mitzugestalten, veranstalten bundesweit Shabbatonim, egalitäre Gebete und fördern lokale Events. Es gibt uns seit über 20 Jahren, Ursprung in der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover.

2. Es ist auch in jüdischen Spaces, wie überall, schwieriger sich als Frau Gehör zu verschaffen und ernstgenommen zu werden. Wie gehst du damit um und wie bist du zu Beginn (des Aktivismus) damit umgegangen? Was würdest du jungen Aktivistinnen empfehlen?

Yocheved: Ich erinnere mich daran, warum ich diese Arbeit mache. Erfahrung hilft, sich durchzusetzen. Empfehlung: nicht aufgeben, weitermachen, nicht rechtfertigen.

Alisa: Ich habe viel Solidarität jüdischer Frauen erfahren und mir starke Rollenbilder gesucht. Gerade weil man es als Frau und Jüdin schwer hat, nehme ich mir bewusst den Raum.

Sophie: Austausch mit anderen Frauen stärkt. Wichtig sind Vertrauenspersonen und gegenseitige Unterstützung, um sich in Strukturen zu behaupten.

3. Wem würdest du so ein Nevatim Seminar empfehlen?

Yocheved: Allen mit Projekten im jüdischen Aktivismus, besonders jungen. Man lernt Projektleitung, profitiert von Erfahrung anderer und vernetzt sich. Nevatim sponsort viele Projekte, warum nicht eures?

Alisa: Menschen, die in Raum voller anderer Leute mit jüdischer Identität [sein wollen], auf diese verschiedensten Arten und Weisen, also auch die alle in diesem Bereich tätig sind, die alle gesellschaftlich aktiv sind und coole Projekte machen und sich so mit denen auszutauschen.

Sophie: Menschen am Anfang ihres Engagements. Auch Erfahrene profitieren, wenn sie Übungen auf eigene Beispiele anwenden können.

(Das Interview wurde mit Teilnehmerinnen des Nevatim-Leadership Seminars geführt.)

von Kathrin K. , M. Sc. Psychologin

Dieser Text erschien zuerst in der EDA III (September 2025).